Weg am Waldrand 

 

Randstreifen 

 

 Schaut man sich in der Landschaft um, so stellt man vielerorts fest, dass die Randstreifen immer schmaler werden, oft ist bis an den Weg heran gepflügt, es ist gar kein Wegsaum mehr vorhanden oder aber die Wegsäume werden bei der Unkrautbekämpfung gleich mit totgespritzt. Die Wege werden dagegen immer breiter und besser ausgebaut, damit die großen Maschinen besser durchkommen. 

Bei uns am Hof sieht das anders aus. Hier gibt es noch Graswege und breite Wegsäume, die artenreich sind und mit ihrer Blütenfülle eine gute Nahrungsquelle für viele Insekten darstellen. Hier finden sich Glockenblumen und Schafgarbe ebenso wie Flockenblumen oder auch mal Disteln. Disteln sind bei vielen Schmetterlingsarten sehr beliebt. Viele Saumpflanzen sind für seltene Wildbienenarten wichtig, manche sammeln für ihren Nachwuchs nur den Pollen einer einzigen Pflanzenart und wenn diese in der Landschaft nicht mehr vorkommt, so kann auch die Wildbiene nicht weiter existieren.

 

Aber auch für andere Tiere sind diese Randstrukturen wichtig. Wird auf den Feldern das Getreide oder der Mais geerntet, so sind die Landschaften hinterher kahl. Rebhühner und Hasen haben wenig Chance, sich zu verstecken. In breiten, gut strukturierten Säumen finden sie Deckung.

 

Gerade für Arten, die an einem Tag anders als Rehe oder Füchse, nur kurze Strecken zurücklegen, sind Säume wichtig für den Biotopverbund. Je breiter ein Saum, desto besser, denn die langsamsten Wanderer müssen in diesem Saum gleich einen kompletten Lebensraum finden, in dem sie nicht nur kurz innehalten oder Nahrung aufnehmen, sondern in dem sich ihr komplettes Leben abspielen kann. So können auch sie sich langsam entlang des Saums in der Landschaft ausbreiten.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber für manchen Käfer ist schon eine asphaltierte Straße oder ein geschotterter Weg eine unüberwindliche Barriere. Ein Grasweg wäre für diese Arten die beste Variante, aber wo finden sich heute noch Graswege? tter für unsere Kühe zu erzeugen. Trotzdem gibt es auf unserem Betrieb kein Einheitsgrün, sondern artenreiche Flächen, auf denen die verschiedensten Kräuter wachsen und auch blühen können.

Zum einen liegt das daran, dass wir keinen einheitlichen Mahdtermin haben. Das heißt, dass immer irgendwo irgendwelche Kräuter zur Blüte gelangen und aussamen können. Es gibt trockenere und feuchtere Bereiche in unseren Weiden, die verschiedenen Pflanzen einen geeigneten Standort bieten. So gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, die auf einem intensiv genutzten Grünland nicht existieren können, wie z.B. Kuckuckslichtnelke, Ruchgras, Wiesenschaumkraut, Ferkelkraut, Kriechender Hahnenfuß, Hornklee, Spitzwegerich, Großer Sauerampfer, Löwenzahn, Breitwegerich, Gundermann, Gänseblümchen, Hornkraut, Schafgabe, Storchschnabel, Rotklee.

Nicht alle dieser Pflanzen erfreuen den Landwirt, doch die Artenvielfalt und das Blütenangebot, was daraus resultiert, ist eine Bereicherung für Insekten und damit auch viele andere Tiere, die von Insekten leben.

Rohfaserreiches Futter ist von uns gewünscht, denn als Wiederkäuer benötigen die Kühe nicht nur Energie, sondern ebenso Rohfaser in ihrem Futter. Ein kräuterreiches Heu duftet und schmeckt den Kühen besonders lecker. Außerdem wirken sich Kräuter, wie Schafgarbe, Spitzwegerich und Sauerampfer positiv auf ihre Gesundheit aus.

Bei der Mahd verwenden wir Hochschnittkufen, die dafür sorgen, dass die Pflanzen nicht zu dicht über dem Boden abgemäht werden. Zum einen sorgt das dafür, dass weniger Dreck im Futter landet, zum anderen ist es aber auch ein Schutz für Amphibien und Insekten, die so eher die Möglichkeiten haben, die Mahd lebendig zu überstehen.

Auch andere Tiere, die im Grünland leben, möchten wir schützen. Deswegen lassen wir bei der Mahd Streifen stehen. Diese ungemähten Streifen dienen Insekten und Vögel, aber auch Hasen und Rehkitze als Rückzugsort und Nahrungsquelle.

Glockenblume    
 Pfauenauge
 Rebhühner
Diestel
Wegraine