Früher hatte jeder Hof auch seine eigene Streuobstwiese. Hier wurde das Obst für die eigene Versorgung geerntet. Es wurde frisch gegessen, eingelagert, eingemacht oder gedörrt, vieles wurde zu Most verarbeitet. Meist liefen unter den Bäumen die Kälber, Schafe oder Hühner. 

Auf unserem Hof haben wir im Jahr 2011 eine neue Streuobstwiese mit 26 Hochstämmen angelegt. Wir haben Äpfel, Birnen und Pflaumen gepflanzt. Dabei haben wir historische Sorten ausgewählt, die zum Standort und zu unserem Hof passen. So stehen nun auf unserer Wiese „Finkenwerder Herbstprinz“, „Bremervörder Winterapfel“ und „Wohlschmecker aus Vierlanden“ neben „Blumenbachs Butterbirne“ und „Josephine von Mecheln“. Insgesamt haben wir 12 verschiedene Sorten gepflanzt, die nun auch ganz nebenbei dazu beitragen die Sortenvielfalt zu erhalten. 

Noch sind die Bäume jung, doch eines Tages wird diese Streuobstwiese einen wertvollen Lebensraum bieten. Streuobstweisen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen, die es gibt. Auf engstem Raum finden sich die verschiedensten Standorte: sonnige und schattige Wiesenbereiche wechseln sich ab. Die Bäume bieten mit ihren Blüten und Früchten eine Nahrungsquelle für tausende von Tierarten, die z.T. auch an den knorrigen Stämmen, in Baumhöhlen oder im Bereich der Wiese einen geeigneten Nistplatz finden.

Da Hochstämme sehr alt werden können, wird uns unsere Streuobstwiese leicht überleben. In 200 Jahren werden sie an unseren Hof und unsere Pflanzaktion von 2011 erinnern.

 


Obstbäume mit Wildschutz  
frisch gepflanzter Obstbaum junge Obstbäume