In Niedersachsen gibt es ca. 17 verschiedene Fledermausarten, alle sind geschützt, weil sie zu den wandernden Arten gehören. Das heißt sie haben Sommer- und Winterquartiere, manche legen lange Strecken von bis zu 1.200 km zwischen diesen Quartieren zurück, andere wandern lediglich vom Dachboden in den Keller. Es gibt aber auch unter den Fledermäusen Arten, die besonders selten sind, weil ihre Lebensbedingungen immer schlechter geworden sind.

 Aber was haben Fledermäuse mit Landwirtschaft zu tun? Sehr viel, denn sie jagen in der Agrarlandschaft Insekten. Insekten kommen in strukturreichen Landschaften, z.B. an Bäumen und Hecken, an Gewässern, Säumen und blühenden Randstreifen häufiger vor als in der Mitte riesiger Felder. Wo also Landschaften immer großräumiger und eintöniger werden, gibt es weniger Fledermäuse. Wo Insektizide eingesetzt werden, ist die Nahrungsgrundlage schlechter und da Insekten nachdem sie mit dem Gift in Kontakt kamen, meist nicht direkt tot sind, besteht auch die Gefahr, dass Fledermäuse vergiftete Insekten aufnehmen. Die Gifte reichern sich dann im Körper der Fledermaus an. Das kann dazu führen, dass sie im Winterschlaf, wenn sie von ihren Fettreserven zehren, schließlich selbst an den Folgen des Giftes sterben.

Außerdem benötigen Fledermäuse ein Quartier, an dem sie tagsüber schlafen können. Es gibt Arten, die in alten Spechthöhlen oder ausgehöhlten Bäumen schlafen und Arten die an Gebäuden in Ritzen und Spalten oder auch frei hängend auf Dachböden ihr Quartier beziehen.

Bei uns am Hof gibt es reichlich Versteckmöglichkeiten. Im Fachwerk des Hauses finden die Fledermäuse Einschlupfmöglichkeiten und auch die übrigen Gebäude sind für Fledermäuse zugänglich. Bäume mit Höhlen werden bei uns nicht gefällt, weil wir wissen, dass in diesen Höhlen Tiere einen Schlafplatz finden. Die Landschaft um den Hof ist reich gegliedert und mit unserer Wirtschaftsweise unterstützen wir das Vorkommen von Insekten. Da ist es gut zu wissen, dass eine kleine Fledermaus in einer Nacht bis zu 3.000 Insekten fressen kann.

Baum mit Astloch    
Astloch Abendsegler eng gedrängt Hofgebäude